Urban Food meets „intergalaktische Pralinen“

Die Berlin Food Week, die vom 21. bis zum 27. Oktober in ganz Berlin stattfindet, zeigt in diesem Jahr wieder, dass die Stadt inzwischen auch kulinarisch eine Weltmetropole ist – und dabei Labor und Nährboden für allerlei Food-Experimente. Von den Goldenen Zwanzigern über „Craft Food“ hin zu Urban Food – Berlin steht für Trends. Und das auf hohem Niveau.   

 

Eingewanderte Sumpfkrebse geistern bereits seit einigen Jahren durch Berliner Parks. Bienen liefern Großstadthonig und auf Hochhausdächern und in kühlschrankartigen Treibhäusern wird Gemüse gezogen und geerntet. „Urban Farming“ nennt sich das. Noch sind solche Ansätze experimentell. Doch kann eine Großstadt wie Berlin sich mit „Urban Food“ selbst versorgen – ohne „Importe“ aus dem Umland? Dieser spannenden Frage geht die Veranstaltung „Die Stadt frisst sich auf“ im Rahmen der „Berlin Food Week“ nach, die vom 21. bis zum 27. Oktober wieder im gesamten Stadtgebiet stattfindet. Rund 60 Gäste können bei diesem „Showcase für eine moderne Ernährungsweise“ im Restaurant Data Kitchen im Data Space by SAP dabei sein. Was genau serviert wird, ist noch ein Geheimnis. Fest steht allerdings: Sämtliche Zutaten des Menüs kommen aus Berlin.  

Mehr als 100 Events umfasst das Programm der inzwischen sechsten Berlin Food Week. Und mehr noch als in den Jahren zuvor, zeigt sich Berlin in diesen sieben Tagen in seiner ganzen kulinarischen Vielfalt. „Berlin ist ein großer kulinarischer Spielplatz, ein Labor und Nährboden für allerlei Experimente“, beschreibt Alexander van Hessen, Initiator der Berlin Food Week, den Chrakter der Stadt. „DIE typische Berliner Küche ist heutzutage schwer zu beschreiben – sie ist ein Ergebnis aus Tradition, gespickt mit modernen und vor allem internationalen Einflüssen.“

 

Ich bin in Ost-Berlin aufgewachsen. Ich schätze daher die Freiheit, zu jeder Zeit an beinahe jeden Ort dieser Welt reisen zu können, um dort Menschen, Kultur und Kulinarisches zu entdecken.
Alexander van Hessen, Initiator Berlin Food Week

Entsprechend breit ist das Spektrum der Berlin Food Week 2019 angelegt, die unter dem Motto „Regional trifft International“ steht. „Wir finden Berlin ist Sinnbild für die Schnittmenge aus Regionalität und Internationalität und das soll auch die Berlin Food Week widerspiegeln. Es geht uns darum, möglichst viele Facetten der Kulinarik zu zeigen, die die Berliner interessieren“, so Alexander van Hessen.

Herzstück der Berlin Food Week ist auch 2019 das Location-übergreifende „Stadtmenü“, an dem 60 Berliner Restaurant, Cafés und Bars teilnehmen. Darunter auch das „POTS“ im The Ritz-Carlton Berlin, in dem der frisch gekürte Berliner Gastgeber 2019, Mathias Brandweiner, die Gäste als Restaurantmanager empfängt. Das diesjährige Stadtmenü-Motto „The Great Tasty“ interpretiert jedes Restaurant dabei auf eigene Weise – ganz im Stil der Goldenen Zwanziger Jahre. Wie in dem Roman „Der Große Gatsby“ werden auf vielen der Wochenmenüs Champagner und Hummer zu finden sein. Passend zum Motto werden historische kulinarische Stadtführungen angeboten.

Zentraler Veranstaltungsort der Berlin Food Week ist das BIKINI BERLIN: Hier präsentieren sich rund 50 Manufakturen, Start-ups und Food-Brands. Mit dabei auch acht japanische Hersteller. Im Fokus stehen hier innovative Themen wie Craft Food, alternative Proteinquellen oder nachhaltige Produkte. „Wir glauben, dass die Klimakrise immer mehr Einfluss auf unsere Ernährungsweise haben wird. Das merkt man schon jetzt an vielen Themen wie Plastikverbot oder Regionalität“, erläutert Alexander van Hessen. „Ein anderer, damit eng verbundener Trend ist für uns die Rückbesinnung auf handwerklich hergestellte Produkte und ‚Selbermachen.’“

Apropos Selbermachen: Die „Miele Cooking School“, im Markenshowroom Unter den Linden, ist ein weiteres Highlight der diesjährigen Berlin Food Week. Hier können Hobbyköche und Foodies in verschiedenen Workshops von Kochprofis lernen und dabei selbst den Kochlöffel schwingen – ob es sich nun um „Intergalaktische Pralinenwelten“, vegane Küche oder ganz schlicht um das Ei handelt. Im Hugendubel-Shop im Europa-Center laden darüber hinaus Berliner Food-Start-ups zum Probieren ein und das Kino am Mercedes Platz kredenzt kulinarische Filme aus aller Welt.

Spannend sind auch zwei weitere Food-Week-Events: Am 21. Oktober wird im Rahmen der „Berlin Food Night“ erstmals der „Fast Mover Award“ im „Von Greifswald“ auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs in Berlin-Prenzlauer Berg verliehen. Für den Preis, der herausragende Player der New German Cuisine auszeichnet, sind u.a. der Berliner Kiezmeister 2019, Florian Domberger vom Domberger Brot-Werk und die Berliner Gastgeberin 2017, Ilona Scholl vom Restaurant „tulus lotrek", nominiert. Und am Abend des 24. Oktober wird es musikalisch-kulinarisch: Auf der Veranstaltung „bEAT Berlin" kochen im „The Grand" in Berlin-Mitte DJs aus der Berliner Elektroszene zusammen mit  ihren Lieblingsrestaurants und legen danach auf. Mit dabei ist auch der Mitbegründer der Loveparade, Dr. Motte. Karten für „bEAT Berlin" sind online erhältlich.

„Signature Drinks“ der Berlin Food Week 2019 sind übrigens der „Green Island“ und der „Figure Head“. Beide Drinks sind eine „Ode an die irische Landschaft und Kultur“. Kreiert wurden sie von Peggy Kah, Barkeeperin im The Ritz-Carlton Berlin. Wer sie nachmixen möchte – die Rezepte gibt’s hier. (vdo)

Programm und Anmeldungen unter berlinfoodweek.de

 

Fotos:

  • Mitte oben: © Berlin Food Week/Holy Crab
  • Mitte unten links: © Berlin Food Week/Stadtmenü/Sra Bua; rechts: © Berlin Food Week
  • Unten: © Berlin Food Week/Rebecca Hoffamann
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